Projekte

Postblock
Freiräumliche Aufwertung // Berlin, DE // Konkurierrendes Gutachterverfahren // Februar 2014
  • Postblock: ein Ort der Vielfalt
    Der Postblock gehört zu der Blockrandbebauung der Friedrichstadt.
    Er gehört zu den größten Blöcken der barocken Stadt. Die städtische Struktur des Blocks ist in seiner Entwicklung sehr vielfältig geworden und verleiht dabei dem Standort einen stadträumlich sowie programmatisch hybriden Charakter, der, neben der klassischen Blockrandbebauung, unterschiedlichste Einrichtungen integriert hat, wie z.B. eine Markthalle, das Generalpostamt, ein Umspannwerk und Verlage und Produktionsbetriebe der Zeitungs- und Buchbranche. Der westliche, im zweiten Weltkrieg zerstörte Bereich blieb bis heute unbebaut, und die Freifläche wird von diversen Nutzungen belegt.
  • Die hybride Identität des Postblocks
    Die 3 Straßen, die das Gebiet umranden, Leipziger, Wilhelm- und Zimmerstraße tragen 3 verschiedene Narrative bei, die das Gebiet stark beeinflussen.
    Leipziger Straße – die Achse der Repräsentation
    Wilhelmstraße– die Achse der sichtbaren und unsichtbaren Geschichte
    Zimmerstraße – Ein Verbindungsglied in einer Matrix der Stadtentdeckung
    Unser Ansatz nimmt diese unterschiedlichen Identitäten und den hybriden Charakter des Gebiets auf und verstärkten sie durch die Umgestaltung der entsprechenden Randbereiche.
  • Luftbild des Bestandes und Lageplan des Projektes
  • Zimmerstrasse - Blick den heutigen Zustand
  • Zimmerstrasse - Blick über den 'Platz der Stadtentdeckung'
  • Zimmerstrasse/ Wilhelmstrasse: Ort der Stadtentdeckung
    Wir schlagen vor, die vorhandenen Container-Ladeneinheiten zur Bürgersteigkante vorzurücken. Im Eckbereich entsteht ein neuer Platz, der dem High-Flyer eine größere Sichtbarkeit gibt. Im nördlichen Bereich des neuen Platzes sind Gastronomieeinheiten in Containern als Raumabschluss zur Wilhelmstraße vorgesehen.
  • Isometrie Zimmerstrasse: die Neue Strassenfront
    Auf die Oberfläche des neuen Platzes wird mit Straßenmarkierungsfarbe eine Matrix der örtlichen Beziehungen aufgemalt, die Luftlinien zu den aus der Vogelperspektive über dem Standort sichtbaren Orten. Auf diese Weise wird der neue Platz mit der ihn umgebenden Stadt in Beziehung gesetzt, sowie der steigende Ballon mit der Erde. Diese Beziehungsmatrix dient als organisatorisches Raster für eine einfache Möblierung aus Sitzgelegenheiten in Holztafelbauweise.
  • Wilhelmstrasse - Blick den heutigen Zustand
  • Wilhelmstrasse: Die unsichtbare Geschichte - Blick der neuen Kantengestaltung
    In Folge der massiven Zerstörung im zweiten Weltkrieg ist keine Spur der Bebauung des ehemaligen Postblocks entlang der Wilhelmstraße erkennbar geblieben. An der Straßenkante zum Block entlang der Straße wird durch die Aufdeckung der alten Parzellierungsstruktur ein Teil der Geschichte vom Postblock wieder sichtbar gemacht.
    An den Stellen der ehemaligen Hauseingänge werden Steine mit einer diskreten Markierung der alten Hausnummern angebracht. Die Markierung der Steine wirkt als Ergänzung der bestehenden Geschichtsmeile Wilhelmstraße, womit die besondere Geschichte des Postblocks zu der restlichen Achse in Beziehung gesetzt wird.
  • Wilhelmstrasse - Vogelperspektive über die neuen Kantengestaltung
    Durch eine präzise, gezielte Versetzung der vorhandenen Zäune wird eine klare Straßenkante definiert mit einem
    einheitlichen Streifen von ca. 1,5m zwischen Bürgersteigkante und Einfriedung. Hiermit werden die vorhandenen Grünstreifen
    sowie die Durchgänge zum Postblock in die neue Gestaltung der Straßenkante integriert.
  • Wilhelmstrasse - Isometrie im Bereich Buchhändlerweg
    Am Buchhändlerweg bzw. am Eingang zum E-Werk wird eine Informationsstelle mit Sitzgelegenheiten zur Geschichte des Gebiets aufgestellt. Unter anderem wird das Prinzip der Hausnummern erläutert.
  • Leipzigerstrasse - Blick den heutigen Zustand
  • Lepzigerstrasse - Blick über den 'Ort der Redefreiheit' zum Platz des Volksaufstandes
    Inspiriert von der sozialen Plastik von Joseph Beuys, sowie der Speakers’ Corner in London, schlagen wir an der Ecke Leipziger Straße/ Wilhelmstraße einen Ort der Redefreiheit vor. Es ist eine Infrastruktur vorgesehen, um die freie Rede an einem der prominentesten Orte der Stadt zu erlauben. Die Grünfläche an der Straße östlich des Eckbereichs wird zugänglich gemacht und von der Seite durch die Speakers’ Corner und von der anderen Seite vom Café Cahoona als 'Debattiersalon' belebt. Sie bildet ein Rückzugsraum für informelle Begegnungen und
    Debatten.
  • Leipzigerstrasse - Vogelperspektive über die neuen Kantengestaltung
  • Leipzigerstrasse - Isometrie im Bereich 'Ort der Redefreiheit'
    Der Ort der Redefreiheit besteht aus folgenden Elementen:
    - Eine belastbare befestigte Freifläche.
    - Eine Reihe schwarzer Tafeln als Fortsetzung der Fluchtlinie der Gebäude des Bundesfinanzministerium. Zu den stehenden Tafeln werden zwei Schieferplatten im Boden eingesetzt. Die schwarzen Tafeln laden zur öffentlichen Kommunikation ein.
    - Eine Holzbank entlang der Tafelreiheu über die Länge der Zone. Die Bank wird mit punktuellen Geländerelementen versehen, jeweils mit einem integrierten Kreidespender.
    - Ein Beleuchtungspfosten mit Kameras und Strahlern, um die Zone zu beleuchten und die Aktivitäten am Ort aufzuzeichnen.
    Im Zusammenspiel dieser Elemente wird bewusst ein politisch aufgeladenes Spannungsfeld zwischen dem Recht auf freie
    Äußerung und den Pflichten der öffentlichen Verantwortung erzeugt.
  • Prozessdiagramm für Leipzigerstrasse


Bauherr: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt – Berlin // Fläche: 2,4 Ha. // Baukosten: 200.000€